In einer Gemeinde wie Campos, wo sich das Ethnographische Freilichtmuseum von Campos befindet, und wo die jährliche Niederschlagsmenge nur 300 mm beträgt, war die Verfügbarkeit von süßem Grundwasser von entscheidender Bedeutung für das Ausmaß der Erträge, die aus der Landwirtschaft und der Viehzucht in der Vergangenheit erzielt werden konnten.
Obwohl dies auf einer Realität beruht, die nicht in Übereinstimmung stand mit den Bedingungen und vorhandenen Ressourcen in der Gegend, begann man mit einer umfangreichen Bewässerung für die Nahrungsmittelproduktion. Diese Form der Viehhaltung war eigentlich unangemessen in dem Halbwüstenklima hier im Süden von Mallorca. Über Jahre hinweg wurde Raubbau betrieben mit den Grundwasserleitungen, die in Hunderttausenden von Jahren angelegt worden waren, was schließlich durch das Eindringen des Meerwassers zu deren Versalzung führte.
Campos ist traditionell ein Gebiet, in dem Ressourcen und Möglichkeiten immer knapp waren. Vor der Einführung der Brunnen und Mühlen waren über Jahrhunderte hinweg die von Eseln gezogenen „Norias“, Wasserräder, die einzige Methode, Süßwasser aus dem Boden zu ziehen, und bedingten somit die Existenz des besten Ackerlandes. Im zweiten Quartal des neunzehnten Jahrhunderts zählte man auf Mallorca derer 3516 im gesamten Territorium der Insel mit Ausnahme der Serra de Tramuntana. Hervorzuheben sind die Gemeinden Sa Pobla, mit 1400; Muro, mit 485; Montuïri, 400; Palma, mit 200; und schließlich Campos, 110.
