Campos weist nicht dasselbe Entwicklungsmuster auf wie die meisten anderen Küstenorte Mallorcas, sondern ist seit jeher eine hauptsächliche Landwirtschafts- und Viehzuchtregion. Die Felder rund um Campos waren wegen des Wasserreichtums im Boden ertragreicher als andernorts, was auf die hiesige geringe Tiefe der Grundwasserleitungen zurück zu führen ist.
Die Wasserräder und Windmühlen ermöglichten eine Bewässerung der Felder und gewährten den Kühen und den roten mallorquinischen Schafen auf diese Weise reichlich Weideland, was wiederum der Käseproduktion förderlich war. Deshalb hatte der Ort auch keine Eile, sich der steigenden Tourismusnachfrage anzupassen. Dies ist auch einer der Gründe, warum die Küste von Campos eine der besterhaltenen und ursprünglichsten von ganz Mallorca ist, was allerdings auch zu Konflikten führte zwischen dem Teil der Bevölkerung, der die Küste erhalten wollte und dem Teil, der den touristischen Fortschritt forcieren wollte. Die Versalzung des Grundwassers durch die Übernutzung leitete die Trendwende ein. Nach und nach verschwand die bewässerte Landwirtschaft – die einzige, die im Mittelmeerraum profitabel sein kann – was eine Abwanderung der aktiven Bevölkerung in den Dienstleistungssektor zur Folge hatte.